Zum Werk von Ulrich Barnickel

„Ulrich Barnickel, … im Osten der Republik geboren und dort zum Künstler herangereift, behauptet mit seinem Œuvre seit mittlerweile drei Jahrzehnten eine etablierte Position in der gesamtdeutschen Kunstszene.
Den durch das Material gegebenen Formimpulsen folgend, lotet der Künstler die Spannbreite bildhauerischer Möglichkeiten aus. …
Barnickel schafft es, die materialbedingte Masse, Schwere und Strenge der Plastik in eine scheinbar bewegliche Dynamik und erkennbare Anonymisierung, in eine emotional berührbare Unbekannte zu steigern. …“

– Dr. Irmgard Sedler / Städt. Museum Kornwestheim

 

„Künstlerisches Schaffen bedeutet für Ulrich Barnickel vor allem Denken und Arbeiten mit Eisen und Stahl. Wie kaum ein anderer kennt er die Möglichkeiten und Grenzen des Materials als bildnerisches Gestaltungsmittel. …Ihn reizt die enorme Stabilität des Materials, die selbst bei relativ kleiner Standfläche vergleichsweise große Spannweiten im Raum aushält. Bearbeitungs- und Arbeitsspuren werden nicht getilgt, sondern entwickeln sich zu einer spezifischen Oberflächenstruktur. Das Fragmentarische wird zum Gestaltungsprinzip. … Kompaktheit und Fragilität bilden die Pole ihrer körperlichen Präsenz und gelten als Metapher des Widerspruchs für menschliche Existenz. …..“

– Dr. Ingrid Maut / Uni Erfurt

 

„Ulrich Barnickel gewinnt dem Prozess … anthropomorphisierende Gestaltungen ab, die aus dem Herstellungsprozess nicht ohne weiteres hervorgehen, sondern in einer gewissen Spannung zu ihm stehen, eine Spannung zwischen ablesbarer, ehrlicher Herstellung, der er die Hauptaussage seiner Werke anvertraut und der dennoch erzielten Zartheit der Empfindung... Mit Eisen muss ein Volumen eher umschreibend geschaffen werden, weshalb das Thema der positiven und negativen Räume, das Barnickel stets am Herzen liegt, hier besonders zum Tragen kommt. In den Vorder- und Rückseiten seiner Werke, die stets zusammen gesehen werden müssen, thematisiert er diese Verhältnisse. …Statt weicher, pulsierender, nachgiebiger Haut, …finden wir bei ihm befleckte, an Feuer gemahnende Schwärze, abgeplatzte Farbreste oder Rost, wenn nicht gar gewaltsame mechanische Einwirkungen. … Es geht Barnickel nicht um Nachahmung, sondern um einfühlbare, vom Körper abgeleitete Metaphorik. …. Die alten Menschheitsfragen: Wer sind wir, woher kommen wir, was heißt es, ein Mensch zu sein, wozu sind wir hier, denen wir eben auch in prähistorischen Sammlungen nachsinnen, beantwortet er auf seine Weise und für unsere Zeit. …“

– Prof. Dr. Karl Schawelka / Bauhaus Uni Weimar